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Tagestipp | 03.11.2016 - Krankgeschrieben - was darf ich im Alltag?

Beschäftigte, die krankgeschrieben sind, dürfen nicht zu einem Personalgespräch in ihren Betrieb zitiert werden. Das hat jetzt das höchste deutsche Arbeitsgericht entschieden und eine Abmahnung wieder aufgehoben, die der Mitarbeiter kassiert hatte, weil er nicht erschienen war. Was darf man und was darf man nicht, wenn man eine gelbe „Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung“ vom Arzt bekommen hat? Erster Grundsatz: Was das Gesundwerden nicht gefährdet oder verzögert, ist erlaubt. Manchmal braucht man zusätzlich eine ausdrückliche Genehmigung.

Dies gilt zum Beispiel für denjenigen, der trotz Krankschreibung eine geplante Reise antreten möchte. Wenn der Arzt zustimmt, ist die Reise grundsätzlich möglich – vorausgesetzt, auch die Stelle genehmigt das, die die Zahlungen leistet. Also der Arbeitgeber bei Lohnfortzahlung, oder die Krankasse, wenn mehr als sechs Wochen vergangen sind und man Anspruch auf Krankengeld hat.

Wer ohne diese Genehmigung verreist, riskiert die Einstellung sämtlicher Zahlungen.

Abmahnung oder sogar fristlose Kündigung im Job droht, wenn man beispielsweise bei ausgedehnten Shoppingtouren angetroffen wird. Gegen den Einkauf von Lebensmitteln im nächsten Supermarkt ist hingegen meist nichts einzuwenden.

Ausnahme: Der Arzt hat Bettruhe verordnet. Diese ist in jedem Falle einzuhalten.

Wer keine Bettruhe halten muss, darf sogar ausgehen oder ins Kino oder Theater gehen. Dabei kommt es sicher auch auf Fingerspitzengefühl an, was Zeitpunkt und Dauer dieser Aktivität betrifft.

Sport ist in vielen Fällen und bei zahlreichen Erkrankungen einer Genesung regelrecht förderlich. Nach Absprache mit dem Arzt ist er erlaubt.

Wer krankgeschrieben ist, soll nicht arbeiten (der gelbe Schein heißt auch „Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung“). Arbeitgeber dürfen krankgeschriebene Arbeitnehmer nicht beschäftigen. Auf dem Spiel steht unter anderem die gesetzliche Unfallversicherung.

Trotzdem: Wer krank ist, sich aber wieder fit fühlt, darf auch arbeiten. Im Normalfall muss er aber wieder so fit sein, dass er tatsächlich die volle Zeit einsatzfähig ist und alle seine Aufgaben erledigen kann.

Wenn der Arbeitgeber Zweifel daran hat oder Sorge hat, dass beispielsweise eine Grippe noch nicht auf dem Rückzug ist und der Kranke andere Kollegen anstecken könnte, darf er den Betreffenden auch nach Hause schicken. Dies kann er auch tun, wenn seiner Meinung nach ein früher Arbeitsbeginn die vollständige Genesung behindern könnte.

Wenn ein Krankgeschriebener vor Ablauf der AU-Bescheinigung wieder arbeiten möchte, sollte er die Krankenkasse informieren.

Beitrag von Susanne Selbmann

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