Tresor mit Wertsachen, Foto: Colourbox/Alfred Hofer
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Tagestipp | 17.07.2017 - Diebstahl im Urlaub - wer haftet?

Urlaub – schön, wenn er endlich beginnt! Und schrecklich, wenn er dann getrübt wird, weil zum Beispiel die Geldbörde weg ist, ein Koffer oder Schmuck, oder wenn gar das teure Kanu vom Autodach geklaut wurde. Nun tut Hilfe not – denn irgendwer sollte den Schaden nach Möglichkeit regulieren. Das Hotel? Die Versicherung? Und wenn ja welche?

Erstmal: geht es um einfachen Diebstahl (auch Taschendiebstahl auf der Straße), bleibt der Urlauber wohl auf dem Schaden sitzen.

Eine Schadensregulierung gibt es nur, wenn die Sachen gewaltsam entwendet wurden – also durch Einbruch oder Raub.

Das Hotel haftet in Deutschland und einigen anderen Ländern. Dabei gilt immer Landesrecht. In vielen EU-Staaten haftet es nicht.

Wenn Hotels bei Einbruch oder Raub einstehen, dann nur bis zu festgelegten Höchstgrenzen. Die sind für Bargeld und Schmuck deutlich niedriger als für andere Güter.

Der Nachweis etwa von Einbruchsspuren ist jedoch nötig – wenn offen herumliegende Dinge gestohlen wurden, der Raum nicht abgeschlossen war oder etwa das Reinigungspersonal etwas genommen hat, haftet das Hotel nicht.

Wird im Zimmer der Safe aufgebrochen und ausgeräumt, haftet das Hotel bis zu festgelegten Höchstgrenze. Wir der Safe an der Rezeption geknackt, haftet es bis zum vollen Wert der geraubten Einlagen. Voraussetzung: Man hat eine Quittung über die Einlagen.

Aus der Hotelhaftung ausgenommen sind Autodiebstähle oder Diebstähle aus abgestellten Autos heraus.

In jedem Falle ist es nützlich, eine gute Hausratversicherung zu haben – und dazu gehört dann auch eine weltweit greifende so genannte Außenversicherung.

Diese ist sowohl in der Leistung als auch in der Dauer der Gültigkeit beschränkt. Urlauber sollten sich also vorher noch einmal über die genauen Versicherungsbedingungen informieren.

Meist zahlt die Außenversicherung bis zu 40 Prozent der Versicherungssumme bei Reisen von höchstens drei Monaten im Jahr (Abweichungen sind möglich). Wer länger weg ist, sollte aufstocken.

Die oft angepriesene Reisegepäckversicherung ist unnötig, wenn man eine ordentliche Hausrat hat. Außer, man reist im Wohnmobil oder sill Diebstähle aus draußen abgestellten Autos versichern.

Doch auch da kann es sein, dass die Vollkasko greift – also Versicherungsbedingungen studieren!

Nach jedem Diebstahl, Einbruch oder Raub sollte man umgehend die Versicherung informieren – viele verlangen diese Information aus dem Urlaubsort. Zudem muss man die örtliche Polizei einschalten und Anzeige erstatten. Auch das Hotel und die Reiseleitung sollten informiert werden.

Wichtig ist eine Liste der „Stehlgüter“, und etwa vorhandene Einbruchsspuren sollte man fotografieren.

Sind Personaldokumente abhandengekommen, helfen Botschaft bzw. Konsulat. Dafür ist es gut, Kopien der Dokumente zu haben. Diese sollte man also an einem separaten Ort nicht mit den Originalen zusammen aufbewahren.

Wurde die Kredit- oder Girocard gestohlen, sperrt man sie am besten über die zentrale Sperrnummer 116 116 (mit Vorwahl für Deutschland).

Beitrag von Susanne Selbmann

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