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Tagestipp | 19.06.2017 - Gut versichert? Meist schlechter, als man denkt!

Wir Deutschen sind hervorragend versichert – gegen alles und jedes. Glauben wir. Denn wenn ein Schaden eintritt stellt sich oft heraus: Die Versicherung zahlt nicht oder viel weniger, als eigentlich angenommen. Das liegt daran, dass wir oft das so genannte Kleingedruckte nicht gründlich genug gelesen haben.

In diesen Allgemeinen und Besonderen Vertragsbedingungen wird nämlich erklärt, unter welchen Bedingungen der Versicherungsfall tatsächlich eintritt.

Da diese Klauseln oft sehr umfangreich sind und im wörtlichen Sinne sehr klein gedruckt sind, machen sich viele Versicherungsnehmer die Mühe des Lesens nicht vor Vertragsabschluss.

In der Folge überschätzen sie oft den Schutz, den ihnen die Police tatsächlich bietet.

Dies betrifft besonders häufig die Leistungen von Sachversicherungen wie etwa der Hausratversicherung.

Diese leistet zwar Ersatz in Höhe des Neuwerts – das bedeutet dennoch nicht, dass der Kaufpreis des Gegenstand zum Zeitpunkt des Kaufs gemeint ist.

„Neubeschaffung“ heißt in diesem Falle, dass der Zustand vor dem Schaden wiederhergestellt wird.

Bei einem zwei Jahre alten Smartphone kann dies heißen, dass ein baugleiches und leistungsähnliches Gerät am Markt jetzt deutlich billiger ist. Oder anders gesagt: wem ein Gerät *5 gestohlen wurde, wird nicht das Geld für einen Kauf des Modells *7 von der Versicherung erhalten.

Gezahlt wird also – auch bei anderen elektronischen Geräten – nur für Ersatz „gleicher Art und Güte“.

Ebenfalls im Kleingedruckten: Für gestohlenes Bargeld gelten Höchstgrenzen für den Ersatz – zumeist 20 % der Gesamtversicherungssumme. Wenn Geld oder Wertgegenstände offen herumlagen, gibt es weniger oder auch gar nichts zurück.

Schmuck und Kunstgegenstände müssen extra versichert werden, wenn ihr Wert deutlich über dem „Üblichen“ liegt.

Die Beweispflicht bei der Hausratversicherung liegt übrigens beim Versicherten – er sollte also Kaufbelege und dergleichen aufheben und seinen Besitz auch fotografieren. Dabei genügen Übersichtsfotos etwa eines geöffneten Schranks oder aus Kammer und Keller.

Wichtig: nicht unterversichert zu sein. Dies ist besonders wichtig bei der Hausrat- und der Wohngebäudeversicherung.

Selbst ein „Unterversicherungsverzicht“ (gemeint ist, dass der Versicherer dies nicht unterstellen wird) greift nur, wenn die Grunddaten korrekt und aktuell sind.

Wer zum Beispiel seinen Hausrat vor Jahren oder Jahrzehnten versichert hat, inzwischen aber Dachboden und Keller ausgebaut und damit die Wohnfläche vergrößert hat, sollte die Police unbedingt anpassen.

Anderenfalls droht, dass bei Unterversicherung alle Leistungen um den Prozentsatz gekürzt werden, um den die Versicherungssumme zu niedrig ist.

Die Versicherungssumme wird zumeist pauschal mit 650,- bis 700,- € je Quadratmeter Wohnfläche veranschlagt.

Besonders bei kleinen Wohnungen kann dies aber zu wenig sein – da sollte man sich besser beraten lassen.

Enttäuschung und Überraschung kann es auch bei der KfZ-Versicherung geben – denn auch bei einer Vollkasko gelten (im Kleingedruckten) viele Einschränkungen.

So wird nur der Zeitwert erstattet. Und dann wird auch der Restwert des Schrottautos verrechnet. Dieses zu veräußern ist aber Sache des Versicherten selbst.

Richtig unangenehm kann es werden, wenn Versicherte Vorschäden verschweigen (dies gilt bei vielen Arten von Versicherungen) – dann werden Leistungen oft rigoros gekürzt.

Beitrag von Susanne Selbmann

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