24. Juni 2012, 21:00 Uhr | Neues Palais von Sanssouci, Gartenseite
Dass die Preußen unter Friedrich II. nicht nur die Flötentöne lernten, sondern auch nach diesen zu marschieren, musste das reiche, aber wehrlose Sachsen im Siebenjährigen Krieg leidvoll erfahren. Anschließend pfiff auch Preußen auf dem letzten Loch, aber Friedrich ließ noch mit großer Anstrengung das Neue Palais errichten, um zu zeigen, er sei noch lange nicht fertig. Das gilt übrigens bis heute noch für das hastig errichtete Schloss.
Vor den kämpfenden jungen Helden, die die Gartenfassade schmücken, entwirft die Kammerakademie Potsdam unter Antonello Manacorda ein Panorama historischer Schlachtenschilderungen in Musik. In der Renaissance als Madrigal erzählt, spielt ab dem Barock die Trompete in solch säbelrasselnder Schilderung die erste Geige, am liebsten auf der Opernbühne bei Georg Friedrich Händel. Als Napoleon dann vor Wien stand, fügte Joseph Haydn die bedrohlichen Fanfaren in seiner Paukenmesse ein und gestaltete die Bitte um Frieden im „Agnus Dei“ dadurch umso eindringlicher. Vom Napoleon-Bewunderer zum –Gegner entwickelte sich Ludwig van Beethoven, als der Korse zunehmend selbstherrliche Züge an den Tag legte. Die Widmung seiner heroischen dritten Sinfonie kratzte er auf der Partitur wütend aus. Seine Schilderung von Lord Wellingtons Sieg über den französischen Kaiser ist die größt besetzte Schlachtenmusik der Geschichte – und mit ihren Trompetensignalen zugleich eine Feier der wiedergewonnenen Freiheit.
Werke von
Clément Janequin, Heinrich Ignaz Franz Biber, Henry Purcell
und Johann Christoph Bach, sowie
Georg Friedrich Händel (1685-1759)
Arie „Or la tromba suon“ für Mezzosopran
und vier Trompeten aus der Oper Rinaldo (1711)
Dettinger Te Deum
für Chor und Orchester, HWV 283 (1743)
Joseph Haydn (1732-1809)
Allegretto, aus der Sinfonie Nr. 100 G-Dur,
Hob.I:100 „Militär“ (1794)
„Agnus Dei“ und „Dona nobis pacem“,
aus der Missa in tempore belli, Hob.XXII:9
(Paukenmesse, 1796)
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Ouvertüre, Klärchens Lied „Die Trommel gerühret!“ und Siegessymphonie, aus der Schauspielmusik zu Egmont, op. 84 (1810)
Finale, aus der Sinfonie Nr. 3 Es-Dur „Eroica“, op. 55 (1804)
„Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria“, op. 91 (1813)
VOCALCONSORT BERLIN
KAMMERAKADEMIE POTSDAM
Musikalische Leitung: Antonello Manacorda
Technik: Marc Mattukat, aem Potsdam
Bühne: StageCo Deutschland GmbH
Lichtdesign | Feuerwerk
Sanssouci
14471 Potsdam

