Adel Tawil: CD-Cover "Alles lebt"
Adel Tawil: CD-Cover "Alles lebt" | Bild: BMG Rights Management GmbH

Album-Tipp | 22.06.2019 - Adel Tawil: Alles lebt

"Alles lebt“ auf Adel Tawils drittem Soloalbum! Es sprüht vor Lebensfreude und ist von seiner Erfahrung, Vater zu werden, geprägt. Der Berliner Deutschpop-Sänger macht sich darauf aber auch ernste Gedanken zur aktuellen Verrohung der Gesellschaft und verarbeitet einen Raketen-Alarm, den er selbst auf Hawaii erlebt hat.

Wie schon beim letzten Album, „So schön anders“ vor zwei Jahren, hat Adel Tawil einen Großteil seiner Lieder auf Hawaii geschrieben, als plötzlich alle Handys eine Raketen-Warnung meldeten. Rund 40 Minuten war nicht klar, dass es sich dabei um eine Fehlmeldung handelte. Adel Tawil schildert und verarbeitet diese beängstigende Situation auf seinem neuen Album in dem Lied „Atombombe“ und erzählt im Interview: „Ich war werdender Vater, das hat nochmal eine ganz andere Dimension mit sich gebracht. Die Gefahr, die sonst so weit weg zu sein scheint, war plötzlich bedrohlich nah!“

Adel Tawils neue Rolle als Vater und die Freude darüber ist deutlich hör- und spürbar auf „Alles lebt“. Sein Gefühl, dadurch selbst ein ganz neuer Mensch zu sein, bringt er in der bewegenden neuen Single „Neues Ich“ auf den Punkt. Darin erzählt er, wie er sich selbst in seinem neugeborenen Kind entdeckt: „Da ist ein Mensch, ganz wie Du und doch ganz anders – das finde ich faszinierend“, erklärt der 40-Jährige.

Im April veröffentlichte Adel Tawil mit „Tu m´appelles“ die erste Single aus seinem neuen Studioalbum. Das Lied hat er zusammen mit der deutsch-bulgarischen Sängerin Peachy aufgenommen – erstmalig auf Deutsch und Französisch! Da Adel Tawils Mutter tunesische Wurzeln hat, war ihm die Sprache vertraut. Außerdem sei er überzeugter Europäer und wolle die Vielfalt unserer Sprachen abbilden: „Mal auf Italienisch singen, könnte ich mir auch gut vorstellen oder mal was ganz verrücktes, wie Griechisch!?“, erzählt er im rbb-Interview.

Auf „Alles Lebt“ zeigt der Berliner auch, dass er ein Künstler ist, der etwas zu sagen hat, ein Künstler mit Haltung. So sehr er das Leben auch genießen und feiern kann und darüber singt, macht er sich auch ernste Gedanken über Deutschland, dem Land, in dem er geboren ist. In seinem Umfeld erfährt er zunehmend von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. So singt Adel Tawil in „Wohin soll ich gehen“ ein entschlossenes „…ich werde nirgendwo hingehen...und in Dresden bleibe ich sogar noch zwei Tage länger“, einfach weil es eine seiner Lieblingsstädte ist.

Insgesamt veröffentlicht Adel Tawil mit „Alles lebt“ 14 neue Titel, denen er zusammen mit dem Duisburger Produzenten Juh-Dee einen modernen, urbanen Popstil verpasst hat. „Ich will Neues erschaffen. Neue Songs und Sounds finden und erfinden, experimentieren.“

Anfang 2020 kommt Adel Tawil mit „Alles lebt“ auf Tournee. Am 11. Januar in die Columbiahalle und am 20. Juni auf die Parkbühne Wuhlheide in Berlin.

Beitrag von Tina Knop

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