Alphaville: Eternally Yours, Albumcover: Neue Meister
Alphaville: Eternally Yours | Bild: Neue Meister

Album-Tipp | 24.09.2022 - Alphaville: Eternally Yours

Fast auf den Tag vier Jahrzehnte nach Gründung der Band melden sich Alphaville mit einem Album voller Orchesterbearbeitungen ihrer größten Hits und einiger weitgehend unbekannter Songs zurück. Die Verschmelzung von Pop-Band mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg ist perfekt gelungen

Dass die neu arrangierten Lieder sich so mühelos in einer aus den Fugen geratenen Gegenwart behaupten, liegt nicht zuletzt an Marian Golds immer noch beeindruckendem Countertenor. Der Zahn der Zeit scheint seiner Stimme kein Jota an Ausdruckskraft abgetrotzt zu haben. In orchestralem Gewand erscheint sie noch einmal völlig neu, wie nicht von dieser Welt.

Marian Gold selbst sagt dazu: „Mir war immer klar, dass Alphaville-Musik nicht aus der Gegenwart ist, nicht aus unserer Welt. Ich habe immer versucht es zu umschreiben, indem ich sagte: Unsere Songs sind wie Träume, unsere Musik ist Traummusik. Nicht umsonst trägt das erste Stück auf dem neuen Album den Titel »Dream Machine«.“

Auf dem Album dürfen natürlich die großen Hits nicht fehlen: „Forever Young“,„Big In Japan“ und „Sounds Like A Melody“, aber auch viele selten gehörte Songs sind vertreten. Marian Gold sagt: „Alle 23 Stücke des Albums sind durch die Bearbeitung im Kern klarer geworden, sie sind freigelegt, entfesselt, befreit. Ihre wahre Natur kam zum Vorschein. „Eternally Yours“ klingt in meinen Ohren daher tatsächlich so, als handelte es sich in Wirklichkeit um das erste Alphaville-Album – nur, dass es vor vierzig Jahren nicht veröffentlicht wurde. Wir hatten damals eben kein Orchester zur Hand, sondern »nur« Synthesizer und Rhythmusmaschinen.“

So zieht mit 23 Songs die Geschichte Alphavilles vorbei, die Jahrzehnte verschwimmen, die Zeit wird aufgehoben. Eine perfekte Einspielung, unser Albumtipp der Woche auf Antenne.

Beitrag von Frank Schroeder