Erasure: Day-Glo, CD-Cover: Mute
Erasure: Day-Glo | Bild: Mute

Album-Tipp | 27.08.2022 - Erasure: Day-Glo

Erasure und ihr funkelnagelneues „Day-Glo“ (Based On A True Story) ist eine Überraschung! Denn mit diesen neuen Songs hatte irgendwie niemand gerechnet, ziemlich unverhofft und ohne Vorankündigung haben Vince Clark und Andy Bell ihre neue Sound-Bastelei fabriziert.

Was Erasure hier auf „Day-Glo“ vorlegen, das erinnert deutlich an den Klangkosmos des Vorgängeralbums „The Neon“. Und das ist kein Wunder, denn Vince Clark hatte sich vor Monaten, als er mal zu viel freie Zeit hatte, in sein Studio zurückgezogen und eher zufällig damit begonnen, ohne bestimmtes Ziel an den alten Aufnahmen herumzubasteln.
Und nach und nach kristallisierte sich eine verborgene musikalische Landschaft in den Tracks heraus, wie ein bis dato verborgenes Terrain, das jetzt als neues Album vorliegt und nur noch entfernt an eben diese Vorgänger-CD erinnert.
Das ist keine Kopie, keine Version, sondern ein komplett neues Material, eine Fortsetzung.

Und wer will, hört hier auch noch immer die einstigen musikalischen Initialzündungen für den musikalischen Lebensweg heraus.
Für Vince Clark wäre das: „Für mich war das der Moment, als ich den Song „The sound of silence“ von Simon and Garfunkel hörte. Das war im Film „Die Reifeprüfung“, das hat mich total geflasht. Gleich am nächsten Tag habe ich mir das Songbook zum Film gekauft und jedes Lied auswendig gelernt. Und das war wirklich der Startschuss für meine Liebe zur Musik.“ Und sein Projekt-Kollege Andy Bell ergänzt: „Ich glaube bei mir war die Schallplattensammlung meiner Eltern der Ausgangspunkt. Sie liebten Elvis Presley und Slim Whitman, meine Mutter hatte Phil Spectors größte Hits auf einem Album und das habe ich wieder und wieder gehört. Für die Ronettes hatte ich eine regelrechte Obsession! Und als dann die Zeit von Blondie kam, hat mich das ebenso beeinflusst, ich war ein großer Fan von ihr und ihren Klassikern.

Beitrag von Frank Schroeder