Gregory Porter: All Rise - CD Cover
Gregory Porter: All Rise - CD Cover | Bild: Blue Note (Universal Music)

Album der Woche | 12.09.2020 - Gregory Porter: All Rise

Vier Jahre sind seit dem letzten Album von Gregory Porter mit eigenen Songs („Take Me To The Alley“) vergangen, aber das Warten hat sich absolut gelohnt. Fünfzehn neue Songs, die unter die Haut gehen, hat er auf die CD gebannt.

Sie erzählen – wie gewohnt bei Gregory Porter – immer auch etwas aus seinem eigenen Leben. Persönliche Erlebnisse und Gefühle werden zu eindringlicher Musik verarbeitet: Da geht es natürlich um die große Liebe, aber auch um gesellschaftlich relevante Themen wie die Versklavung von Kindern in Krisengebieten und um Rassismus. Gerade mit Rassenproblemen ist der 48-jährige Porter in seinem Leben oft genug konfrontiert worden, sein Bruder zum Beispiel ist vor 40 Jahren in einem weißen Stadtviertel angeschossen worden. Solche Erlebnisse prägen ihn bis heute.

Musikalisch lässt sich „All Rise“ am ehesten mit einem einzigen Wort umschreiben: opulent. Und das ist kein Wunder, sagt Gregory Porter: „Das ist das erste Mal, dass ich gemeinsam mit einem Orchester eine Aufnahme gemacht habe. Dabei habe ich meine eigene Band, mit der ich seit Jahren unterwegs bin, kombiniert mit dem London Symphony Orchestra. Und das war ein wirkliches Vergnügen! Wir haben die Platte an ganz verschiedenen Orten aufgenommen, nicht alle in einem Raum wie bisher bei meinen CDs, sondern quasi als globalen Prozess. Erst das Orchester in London, dann die Band in Paris, dann ich. Teile sogar in Los Angeles. Das hat dann zwar alles etwas länger gedauert, aber ich bin mit dem Ergebnis total zufrieden.“

Das Album erinnert in seinem ganz eigenen Sound oft an das „Great American Songbook“, jene nicht genauer definierte Sammlung großartiger amerikanischer Popsongs der 30er bis 60er Jahre. Gregory Porter sagt dazu: „Das ist ja interessant, dass sie das American Songbook erwähnen. Ich glaube, Sie meinen vor allem das volle Spektrum darin. Den Gospel, den Blues, den Soul. Den Jazz. Ich glaube, das alles zusammen bin auch ich in einer großen Sammelpackung. All das findet sich auf diesem Album. Mancher hat schon zu mir gesagt: Mach mir einen Blues-Song in dieser verkehrten Welt. Und als Gospelsänger gebe ich die Botschaft der Liebe weiter. Und als Soul-Mann: Immer mit der Hand auf dem Herzen. Ich denke an all diese verschiedenen Musikarten, präsentiere sie, schreibe sie auf eine neue Art und Weise, und genau das ist auf der Platte.“

Beitrag von Frank Schroeder

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