Lana Del Rey: Norman Fucking Rockwell!, CD-Cover: Polydor Records
Lana Del Rey: Norman Fucking Rockwell! | Bild: Polydor Records

Album der Woche | 21.09.2019 - Lana Del Rey: Norman Fucking Rockwell!

Spätestens seit „Videogames“ (2011) hat jeder Lana del Reys unverwechselbare Stimme im Ohr. Auch auf ihrem neuen Album „Norman Fucking Rockwell“ klingt sie melancholisch, wehmütig, ein wenig verrucht, aber auch angenehm retro, als wäre ihre Musik dem Soundtrack eines amerikanischen Schwarzweißfilms der 50er entsprungen. Damit liefert die US-Sängerin den perfekten Soundtrack zum Herbstblues.

Noch vor Veröffentlichung des neuen Albums „Norman Fucking Rockwell“, benannt nach dem US-Maler und Illustrator Norman Rockwell, dessen düstere Kunst stets von der beliebten bunten und heiteren abwich, veröffentlichte Lana del Rey eine ganze Welle Singles daraus. Die erste, „Mariners Apartment Complex“, bereits vor einem Jahr. Nun ist der langersehnte Longplayer endlich raus und die kalifornische Musikgeschichte damit um ein weiteres Konzeptwerk reicher. Lana del Reys 14 neue Tracks kreisen um lauter kalifornische Identifikationsorte, Namen und Verweise, man wird geradezu bombardiert mit Anspielungen, die von den Beach Boys über die Mamas & Papas bis zu Kanye West reichen.

Ein Song heißt sogar „California“, ein anderer „Venice Bitch“. Die kalifornische Szenerie schmückt Lana del Rey in den eindrücklichsten, textreichen und teils überlangen Songs (7-10 Minuten!) so genau aus, dass diese wie Exposés für Romane oder Filme klingen. Alles dezent instrumentalisiert: Piano, akustische Gitarren, die elektrischen kommen ohne den feisten Verstärkerklang aus. Es gibt ein paar Streicher, sachte Bläser, etwas alte Elektronik. Dunkle Synthie-Teppiche machen den Sound rund und hüllen die dichterischen, nachdenklich gehauchten Texte über die Liebe in all ihren Facetten in ein Dream-Pop-Gewand.

„Es gibt nicht diesen einen großen Hit auf dem Album, es ist sehr entspannt, einfach zu hören, Lied für Lied einfach im Auto laufen lassen oder im Wohnzimmer!“, empfiehlt die 34-jährige Sängerin.

Mit „Norman Fucking Rockwell“ möchte man sich am liebsten zudecken und gemütlich auf dem Sofa lümmeln, wenn draußen der Herbst stürmt. Spätestens im nächsten Frühling aber wieder aufstehen, denn dann kommt Lana del Rey auf Europa-Tournee.

Beitrag von Tina Knop

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