Albumtipp | 10.04.2021 - London Grammar: Californian Soil

London Grammar, eine 3-Mann-Band um die Sängerin Hannah Reid, ist in Deutschland nicht so sehr bekannt, allerdings kennt so mancher wohl ihren größten Hit bislang: „Strong“ aus dem Jahre 2014. Im Internet wurde dieser mehr als 52 Millionen mal angeklickt.

Und nun hat die Band ein neues Album, das nennt sich „Californian Soil“, und das ist unser Album-Tipp der Woche. Als was hat man diese Musik nicht alles schon bezeichnet, als „Elfen-Pop mit Techno-Anklängen“, oder als „Londoner Hauch-Pop“. Das hat vor 4 Jahren zu einigem Erfolg geführt, immerhin zu Platz 1 der britischen Charts, in Deutschland knapp in die Top Ten. Große Erwartungen also für Album Numero drei bei Sängerin Hannah Reid: „Ich glaube, du must dich verabschieden von den Erwartungen, die andere an dich haben. Man muss die Inspirationen einfach fließen lassen, rauskommen lassen, was raus will.“

Und was wollte da raus aus dem Inneren der Künstlerin? Liebeslieder. Hannah Reid versichert am Antenne-Mikrofon: „Für mich sind auf dieser Platte die aller emotionalsten Songs, die ich jemals geschrieben habe. Darunter einige echte Liebeslieder. Das empfinde ich jedenfalls so und ich hoffe, meine Fans tun das ebenso.“

Mit der Energie der Liebe sind London Grammar unterwegs, eine eher ruhige Atmosphäre dominiert das komplette Album, wenn man einen Unterschied zu bisherigen Produktionen suchen will, käme man höchstens auf einen Hauch mehr Elektro-Klänge als früher, was zu gelegentlichen Vergleichen mit „Massive Attack“ geführt hat. Für Gitarrist Dan Rothmann ist das aber nur logisch: „Wir haben Hip-Hop-Musik immer gemocht, schließlich sind wir in den 90ern damit aufgewachsen. Das ist natürlicherweise ein wichtiger Teil unserer musikalischen DNA. Und wenn wir mit solchen legendären Bands wie Massive Attack verglichen werden, dann ist das für uns ein großes Vergnügen.“

Was sich aber spürbar geändert haben soll im Vergleich zu früher, ist das Lampenfieber, das Hannah Reid insbesondere vor Konzerten zu ihrem ersten Album hatte. Jetzt sagt sie: „Ich glaube, mit der ganzen Bühnenangst bin ich jetzt eine ganz andere Person als früher. Ich hoffe, es wird nicht mehr ein so großes Problem sein wie beim ersten Album. Wir waren damals auch erschöpft und müde. Jetzt passen wir viel besser darauf auf, unsere Gesundheit zu schützen.

Das Tourneeprogramm von London Grammar ist ein wenig zusammengeschrumpft, derzeit sind Auftritte lediglich in Großbritannien und Australien geplant, so dass uns im Moment –leider – nur die neue CD „Californian Soil“ bleibt.

Beitrag von Frank Schroeder

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