Milow: Lean Into Me, CD-Cover: Polydor (Universal Music)
Milow: Lean Into Me | Bild: Polydor (Universal Music)

Album der Woche | 29.06.2019 - Milow: Lean Into Me

Mit "Lean Into Me" liefert Milow ein Album, das sich anfühlt wie ein guter Freund - zum Trösten, Anlehnen und Aufbauen! Damit beweist der sympathische Belgier einmal mehr, dass er zu den ganz großen Singer-Songwritern der Neuzeit gehört. Eingängige Gitarren-Melodien mit Ohrwurm-Potenzial und aus dem Leben gegriffene, authentische Texte machen den Charme dieses Albums aus.

Intimität und Einfühlungsvermögen sowie seine unvergleichliche Stimme haben die Musik von Milow schon immer ausgezeichnet. Der 38-Jährige hat es in den letzten 10 Jahren geschafft, seinen ganz eigenen Singer-Songwriter-Stil zu prägen. Während Milow auf seinem letzten Longplayer, „Modern Heart“ (2016), noch auf moderne Sounds und Beats setzte, so kehrt er mit „Lean Into Me“ mehr zurück zu sich selbst. Er vereint auf seinem neuen Album den zeitgenössischen Sound mit gefühlvollem Folk.

„Der Titel „Lean Into Me“ bezieht sich dabei ganz konkret darauf, dass ich finde, wir sollten einander öfter eine Schulter zum Anlehnen geben und zeigen, dass wir einander unterstützen“, sagt Milow. „Freundschaft ist mir wahnsinnig wichtig. Das ist auch das Thema, das sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album zieht.“

Das mag auch daran liegen, weil Milow an diesem Album mit zwei seiner engsten Freunde gearbeitet hat. Er ließ Tom Vanstiphout, seit geraumer Zeit Gitarrist in Milows Band sowie Produzent Jo Francken, nach Los Angeles einfliegen, seit 2012 Milows künstlerische Wahlheimat. Das belgische Trio lebte dort zusammen, cruiste zusammen zum Studio, feilte zusammen an neuen Songs.

„Das Thema des Albums entpuppte sich so als selbsterfüllende Prophezeiung – schließlich war ich rund um die Uhr mit meinen Freunden zusammen“, so Milow.

Dieses Mal habe er außerdem einen Blick zurückgeworfen, über die Themen nachgedacht und geschrieben, die er über die Jahre behandelt habe. Der Belgier lässt uns damit teilhaben an seinen persönlichen Erfahrungen, präsentiert Erinnerungen, mit denen man sich identifizieren kann wie mit den Worten eines guten Freundes, mit dem man spätabends noch zusammensitzt.

Das Lied „Michael Jordan“ zum Beispiel, das Milow als allererstes für „Lean into Me“ geschrieben hat, beginnt in seinem Jugendzimmer, das Milow damals komplett zugepflastert hatte mit Postern des US-Basketball-Superstars. Nostalgie pur. Es geht u.a.um die endlosen Möglichkeiten der Jugend, die großen Träume und die Schwierigkeiten des Heranwachsens.

Im Text singt Milow aber auch über die Beziehung zu seinem verstorbenen Vater, die kompliziert war und nie wirklich aufgearbeitet werden konnte.

„Es sind krasse Erinnerungen an die Mittneunziger, die da aufflackern in dieser Geschichte.“

Im berührenden „Help“ mit satten Streichern und Klavier geht es hingegen um die Zeit seines musikalischen Durchbruchs. Dieser kam kurz nach dem plötzlichen Verlust seines Vaters, sodass er nie wirklich Gelegenheit hatte, seine Trauer zu verarbeiten. Das kommt erst jetzt, 10 Jahre danach. Er gesteht darauf, sich in dieser Phase, oft verloren und hilflos gefühlt zu haben. „Meine Alben sind alle musikalische Tagebücher.“, erzählt der Sänger im Antenne-Interview.

So funktioniert „Lean Into Me“ wie eine starke Schulter zum Anlehnen. Ein ehrliches, authentisches Album, in dem viel Herz steckt, das Milow im Herbst auf die Bühne bringt. Am 8. Oktober gastiert Milow in Huxleys Neue Welt.

Beitrag von Tina Knop

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