CD-Cover: Passenger "Runaway"
CD-Cover: Passenger "Runaway" | Bild: Sony Music

- Passenger: Runaway

Passenger, alias Mike Rosenberg, nimmt uns wieder mit auf akustische Reise, diesmal nach Nordamerika. Auf seinem neuen Album RUNAWAY besingt der britische Singer-Songwirter beispielsweise die verlassenen Straßen Detroits sowie die Schönheit des Yellowstone Nationalparks in gewohnt melancholisch folk-poppiger Manier.

Noch im letzten Jahr hatte Passenger angekündigt, er wolle sich vorerst aus der Öffentlichkeit zurückziehen und quasi eine Reiseauszeit nehmen. Was für eine schöne Überraschung, dass aus dem Abschied auf unbestimmte Zeit nun doch nur ein paar wenige Monate wurden.

RUNAWAY, also Ausreißer, heißt das neue Album, weil Rosenberg am Ende der Aufnahmen mit drei Freunden einen Roadtrip quer durch die USA gemacht hat. „Wir sind in drei Wochen mehr als 5.000 Meilen gefahren und haben für jeden der 10 neuen Titel ein Video in verschiedenen Teilen Amerikas aufgenommen, deswegen war Runaway (Ausreißer) das beste Wort, der beste Titel, um all das zusammen zu fassen.“, erklärt der ehemalige Straßensänger.

Aufgenommen wurde RUNAWAY in Großbritannien und Australien, trotz des dominanten Nordamerika-Themas.

Passenger erzählt: „Das hat sich einfach ergeben und war eine schöne Art das Album thematisch einzurahmen. Mein Dad ist in Amerika aufgewachsen und wir haben immer noch Familie dort. Ich bin schon immer viel da gewesen, hab viel amerikanische Musik gehört und war von Amerika fasziniert.“  

Kein Wunder, dass es auf RUNAWAY auch einige sehr persönliche Zeilen gibt wie in "To Be Free", das allein schon deshalb auffällt, weil Rosenberg hier keine Gitarre einsetzt. Zu ruhiger Klavierbegleitung erzählt er die Geschichte seiner jüdischen Großeltern, die im Zuge des Zweiten Weltkriegs aus dem Rheinland in die USA auswanderten – von wo aus später sein Vater eine lange Reise antrat.

Musikalisch wandelt Passenger auf RUNAWAY auf gewohnt poppigen aber auch folkigen Americana-Pfaden, inklusive Banjo. Auch Lapsteel-Gitarre und Mandoline erklingen im Laufe des Albums und unterstreichen Passengers Ansatz, diesmal nicht seine Straßenmusikerseite hervorzuheben, sondern auf vollere Indie-Arrangements zu setzen. Zusätzlich greift Rosenberg oft zur E-Gitarre.

RUNAWAY liefert den passenden Herbstsoundtrack mit interessanten Geschichten, die uns Passenger vor den Landschaften Nordamerikas erzählt - mal beschwingt, fröhlich, mal melancholisch, träumerisch.

Beitrag von Tina Knop

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