Cd-Cover Pet Shop Boys: Hotspot
Cd-Cover Pet Shop Boys: Hotspot | Bild: X2 Recordings Ltd

Album der Woche | 01.02.2020 - Pet Shop Boys: Hotspot

Die Pet Shop Boys wohnen seit 10 Jahren in Berlin, zumindest zeitweise. Wer das noch nicht wusste, bekommt mit ihrem neuen Album „Hotspot“ den akustischen Beweis. Nicht nur weil „Hotspot“ in den Berliner Hansa Studios aufgenommen wurde, nein, die Bundeshauptstadt durchzieht die 10 neuen Lieder im kräftigen elektronischen 80s Vibe wie ein roter Faden. Sowohl textlich als auch in akustischen Samples ist die Stadt präsent.

Neil Tennant und Chris Lowe haben sich zwar in ihrer fast 40-jährigen Bandgeschichte einen festen Namen als Elektropop-Duo gemacht (mit mehr als 100 Millionen verkauften Tonträgern!), doch bei genauerem Hinhören gab es da auf ihren ersten 11 Studioalben neben Elektro-Klängen auch immer akustische Gitarren, Orchesterarrangements, also echte Instrumente.
Vor sechs Jahren änderte sich das mit ihrem Album „Electric“. Sie wurden, wie sie selbst sagen, zu Elektro-Puristen dank Erfolgsproduzent Stuart Price, der zuvor mit Größen wie Depeche Mode, Madonna und Gwen Stefani arbeitete. Mit ihm entstand vor 4 Jahren auch „Super“ und nun komplettieren die Pet Shop Boys die Triologie mit „Hotspot“ - ihrem ganz persönlichen Berlin-Album! Es ist schlichtweg unmöglich, „Hotspot" von der Stadt zu trennen, in der es entstand. Das fängt bei der Wahl der Hansa Studios an, in denen einst auch Teile von David Bowies Berlin-Trilogie („Low“, „Heroes“, „Lodger“) entstanden. "Hotspot" ist zudem ein zehn Songs langer Trip durch die bundesdeutsche Hauptstadt - vom sommerlichen Charlottenburg zum Wannsee vom idyllischen Tiergarten bis in die nächtliche Partyszene der Warschauer Straße. Natürlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln! Im Opener "Will-O-The-Wisp" fahren und singen die Pet Shop Boys zum Beispiel mit der/ über die U1, von der Uhlandstraße bis zur Warschauerstraße. Im Lied hört man sogar die Original-Ubahn.

Ein weiteres Beispiel, die erste Singleauskopplung "Dreamland“:  Das animierte Musikvideo spielt in Berliner U-Bahnschächten und ist thematisch an die Flüchtlingswelle von 2015 angelehnt.

Nicht nur die Melancholie der Pet Shop Boys findet wieder ihren Weg in die Lieder, auch die alten analogen Keyboards und Synthesizer kommen einmal mehr zum Einsatz. So klingt „Hotspot“ nach der typischen „Pet Shop Boys“-Mischung aus Synthiepop und Disco mit starkem 80er Jahre-Vibe, ohne dabei altmodisch zu wirken.

Im Mai bringen die Pet Shop Boys nicht nur die neuen Lieder, sondern ihre Greatest Hits live auf die Bühne. Ihre Welttournee beginnt am 1.Mai passenderweise in ihrer Lieblingsstadt Berlin.

Beitrag von Tina Knop

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