Rod Stewart: Tears of Hercules, Albumcover: ‎Rhino (Warner)
Rod Stewart: Tears of Hercules | Bild: ‎Rhino (Warner)

Album-Tipp | 11.12.2021 - Rod Stewart: Tears Of Hercules

Das 31. Studioalbum von Rod Stewart ist frisch und fröhlich, voller Energie, da glaubt man doch nicht, dass er inzwischen 76 ist! Frank Schroeder hat mit Rod Stewart über das neue Album gesprochen.

Hat er überhaupt noch Wünsche fürs Leben, die noch offen sind? Uns hat er verraten: „Nein, ich hab noch ’ne Menge Musik zu machen! Jetzt arbeite ich gerade an einem Swing-Album, und mein Leben – selbst wenn es morgen enden würde – könnte ich mich nicht drüber beschweren! Ich bitte um nichts mehr, außer: Um gute Gesundheit!“

Nun, im Alter, hätte es sein können, dass Rod Stewart noch einmal musikalisch etwas ganz Neues ausprobiert. Es gab da ja in der Vergangenheit wunderbare Cover-Alben, unter anderem mit den amerikanischen Klassikern quer durch die Jahrzehnte. Aber nun wieder: Eigene Songs, neun von zwölf auf dem Album hat er selbst geschrieben, und das in seinem bevorzugten Stil: „Mein musikalischer Stoff all die Jahre hat Country- und Folkmusik als Basis mit Mandolinen, akustischen Gitarren, Violinen, dazu das Rock-’n’ Roll-Übliche und ein bisschen Elektro, daraus hat meine Musik immer bestanden.“

Nun allerdings kamen die Besonderheiten durch die Pandemie hinzu, was für Rod Stewart aber nicht unbedingt von Nachteil war. Dass nicht alle in einem Studio gemeinsam musizieren mussten, hat er regelrecht genossen: „Es war nicht so wie in den alten Zeiten, wo man monatelang in den dunklen Studios hauste und niemals die Sonne gesehen hat. Alle haben ihre eigenen Studios und wir müssen eigentlich gar nicht mehr zusammenkommen. Jetzt sehen wir jeden Tag die Sonne, und so war ich in der Lage, mein Herz zu öffnen und sehr persönliche Songs zu schreiben.“

Und genau das ist es geworden - ein sehr persönliches Album, manchmal etwas frivol, Sex, Liebe und anzügliche Erinnerungen prägen so manchen Song. Aber auch seiner Ehefrau hat er ein Lied gewidmet, eines seinem Papa. Und dann noch der Albumtitel – die Tränen des Herkules. Was könnte es denn damit auf sich haben? Rod Stewart: „Das ist eine volle Provokation, außerdem klingt es gut, und es ist der Titel eines der Songs. Und es bedeutet: Ein erwachsener Mann sollte fähig sein zu weinen. Wenn er will, soll er. Noch dazu im Lockdown. Nichts anderes bedeutet der Album-Titel: Tränen eines starken Mannes.“

Beitrag von Frank Schroeder