Simple Minds: Walk Between Worlds, Foto: Bmg Rights Management (Warner)
Simple Minds: Walk Between Worlds | Bild: Bmg Rights Management (Warner)

CD-Tipp | 10.02.2018 - Simple Minds: Walk Between Worlds

40 Jahre Simple Minds. Zum Bandjubiläum präsentieren Jim Kerr und seine Bandkollegen mit "Walk Between Worlds" ein neues und gleichsam klassisches Simple Minds-Album  

Die Simple Minds feiern ihr 40.Bandjubiläum und krönen es mit ihrem 18.Studioalbum „Walk between Worlds“. Dabei wandelt die Gruppe aus Glasgow zwischen zwei musikalischen Welten: Neben dem typischen Synthie-Sound mit treibenden Rhythmen und tanzbaren New Wave-Klängen gibt es Tracks, die mit ihrer Fülle und Intensität an Filmmusik erinnern.

Die Simple Minds prägten den Sound der 80er. Mit ihrem Hit „Don´t you forget about Me“ gelang ihnen der internationale Durchbruch und sogar der Sprung in den USA auf Platz 1.

Ihre letzte Platte vor zwei Jahren („Acoustic“) war ein Ausflug in die Akustikwelt und auch wenn das aktuelle Album „Walk between Worlds“ wieder eine ganz klassische Simple Minds-CD geworden ist, so hat das Akustikprojekt die neuen Stücke maßgeblich mitbestimmt, hat Frontsänger Jim Kerr im Antenne-Interview erzählt. Zum einen habe es ihre Einstellung und Wahrnehmung zur Musik verändert. Die neuen Titel sollten minimalistischer und emotionaler klingen. Zum anderen wurde das Team für die Akustiktour erweitert:    

„Wir hatten jüngere Musiker mit frischen Ideen dabei. Aber warum sollten wir nur für die Akustiksets mit ihnen arbeiten!? Also haben einige davon auch an unserem neuen Album mitgewirkt.“  

Dieser frische Wind ist auf „Walk between Worlds“ durchaus zu spüren! Er weht zum Beispiel in poppigen, positiven Nummern wie der aktuellen Single „Magic“ oder Jim Kerrs Lieblingstitel „The Signal and the Noise“. Letzter habe die Richtung für das Album vorgegeben.

Dies sei aber nur die eine Seite des Albums, sagt Jim Kerr: „Die zweite Hälfte klingt viel reifer, tiefer, experimentell. Da sind die Lieder auch größer und länger, 6-7 Minuten lang!“.

So erinnern Lieder wie der titelgebene Track „Walk between Worlds“ oder „Sense of Discovery“, der als Abschlusstitel als Antwort auf den Opener „Magic“ zu verstehen ist, an Filmtitel. Sie erzählen von Empathie und vom Glauben an sich selbst, klingen weise und erfahren – wie eben von einer 40-jährigen Erfolgsband.  

„Walk between Worlds“ ist mit seinen 8 neuen Titeln und rund 40 Minuten Spielzeit fast ein Oldschoolalbum im typischen Longplayer-Format der 80er, sagt Jim Kerr.  Klasse statt Masse, schreiben sich die Simple Minds schon seit einigen Jahren auf die Fahne:

„Wir konzentrieren uns auf die Qualität der Songs und wenn man die hält, ist weniger mehr!“

Aufgenommen haben die Simple Minds ihre Songs diesmal zwischen Glasgow und London, in den berühmten Abbey Road Studios, wo auch die allererste Simple Minds-Platte 1979 entstand, wie sich Jim Kerr erinnert:  

„Ich war damals überwältigt und dachte, was machen wir hier bloß!? Abbey Road mit seiner Geschichte und Größe und wir hatten doch noch gar nichts erreicht. Deswegen bin ich dort nie wieder hingegangen…bis jetzt und es war großartig. Ich bin jetzt viel älter und erfahrener und irgendwie war Abbey Road geschrumpft!“

Der 59-jährige Sänger weiß, dass es bei einem neuen Simple Minds-Album nicht darum geht, sich neu zu erfinden, sondern sich treu zu bleiben und trotzdem mit der Zeit zu gehen: „Man muss immer etwas Neues bieten. Auf dem aktuellen Album haben wir beispielsweise Streicher eingebaut und die Gitarrenriffs kommen mehr zur Geltung. Jedes Album muss klassisch, wie früher klingen mit dem Gefühl von etwas Neuem, Modernem!“

Mit diesem Rezept für neue Musik denken die Simple Minds übrigens auch nach 40 Jahren Musikgeschichte noch lange nicht ans Aufhören!

Beitrag von Tina Knop

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