Tears For Fears - The Tipping Point, Albumcover: Concord Records (Universal Music)
Tears For Fears - The Tipping Point | Bild: Concord Records (Universal Music)

Album-Tipp | 05.03.2022 - Tears For Fears: The Tipping Point

Das war mal eine Nachricht aus der Musikszene, die uns in Staunen versetzt hat. Tears for Fears sind nach 18 (!) Jahren zurück! Genau genommen hatten wir die britischen Popmusiker Curth Smith und Roland Orzabal in den 80ern verortet, wo sie ja durchaus beachtliche Erfolge gefeiert hatten. Danach flaute der Erfolg deutlich ab, und irgendwann war komplett Schluss mit Tears for Fears. Und nun die Wiederauferstehung, das Album "The Tipping Point“.

18 Jahre Stille! 2004 sind die beiden Musiker noch einmal zusammengekommen, ihr damaliges Album erreichte aber gerade mal Platz 35 der Charts. Danach munkelte man, die beiden Stars waren sich gegenseitig überdrüssig. Warum also jetzt die Wiederauferstehung, das Album "The Tipping Point“?

Die Erklärung, warum es damit so lange gedauert hat, geht bei Curth Smith so: "Das ist ja nichts, was man tun muss! Man hat ja keine Verpflichtung, Alben herauszubringen. Wir hatten seit Langem nicht mal mehr eine Plattenfirma. Das ist einer der Gründe, und keiner hat deswegen an unsere Tür geklopft! Es geht auch nicht nur immer darum Platten zu machen, man kann ja auch rausgehen und live spielen. Und dann kam doch die inspirierende Ansage von allen Seiten: Hey, wir brauchen euch, wir bauchen ein neues Album.“

Fest steht, Tears for Fears klingen heute wie damals: Synthesizer-Pop mit ihren zwei dominierenden, glasklaren Stimmen. Einige der neuen Songs sind aber auch eher von der stilleren Natur. Wirkliche musikalische Überraschungen fehlen irgendwie, aber dass nach fast zwei Jahrzehnten der Sound nahtlos an frühere Erfolge anschließt, das mag ja auch als Überraschung herhalten.

Und dann der Albumtitel: The Tipping Point – also der Kipp-Punkt als Moment, hinter dem nichts mehr rückgängig zu machen ist. Was haben Tears for Fears damit wohl gemeint?

Der Kipp-Punkt hat zunächst eine sehr persönliche Bedeutung für Roland, dessen demenz- und alkoholkranke Ehefrau Caroline gestorben ist. Das war für ihn ein schwieriges Jahr. Aber dann hat der Plattentitel auch eine weitergehende Bedeutung. Denk nur an die Black-Lives-Matter-Bewegung gegen Rassismus in den USA und an anderer Stelle, dazu die tiefgreifende Klimakrise, politische Spannungen weltweit oder die Corona-Pandemie. Das nur als Überblick, und das alles ist Teil eines Kipp-Punktes.“

All das spiegelt sich direkt oder indirekt dann auch in den zehn neuen Songs von Tears for Fears wider, unser Albumtipp der Woche auf Antenne!

Beitrag von Frank Schroeder