Dixie Chicks: Gaslighter, CD-Cover: Sony Music
Dixie Chicks: Gaslighter | Bild: Sony Music

Album der Woche | 18.07.2020 - The Chicks: Gaslighter

Nach unfassbaren 14 Jahren sind die Dixie Chicks aus den USA zurück im Rampenlicht! "Gasligter" ist unser Album der Woche.

Die lange Pause, die die Band eingelegt hatte, geht ja maßgeblich auf politische Verwerfungen zurück: Die Ablehnung des Irak-Krieges und generell der Politik des damaligen US-Präsidenten George Bush hatte der Band viel Ärger mit ihren Fans eingebracht, schließlich war nur noch der Rückzug aus der Öffentlichkeit geblieben. Dennoch sind die Chicks die erfolgreichste Frauenband Amerikas: Mehr als 30 Millionen Alben haben sie verkauft. Und auch die lange Pause hat ihren Zusammenhalt nicht ins Wanken bringen können.

Wie in einer Familie kommen sich die drei Frauen vor, was zum Teil auch stimmt, denn zwei von den dreien sind wirkliche Schwestern: Emily Robinson (Gitarre, Banjo, Gesang) und Martie Maguire (Geige, Mandoline, Gesang). Seit einem Viertel Jahrhundert ist Natalie Maines die dritte im Bunde und Sängerin bei den Chicks. Auch sie fühlt sich in der Band wie eine Schwester: „Als von Außen dazugekommene und nicht blutsverwandte Schwester. Ich habe mich mit den anderen von Anfang an immer sauwohl gefühlt, ich habe keine Ahnung, warum das so gut funktioniert. Wir haben auch nicht hart daran arbeiten müssen. Es ist gekommen, wie es kommen sollte! Wir könnten uns natürlich auch gegenseitig fertigmachen, aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir jemals Kämpfe auszustehen hatten. Außer vielleicht zwei (lacht).“

Die auszustehenden Kämpfe – das bezieht sich in erster Linie auf ihre gesellschafskritischen Themen. Und auch in diesen Wochen schweigen sie nicht: Das Wort „Dixie“ aus dem Bandnahmen haben die Chicks kurzerhand gestrichen, denn "Dixie" gilt als Synonym für die Südstaaten der USA und damit auch als sinnverwandt für Rassismus und Benachteiligung von Schwarzen. Nun heißen sie also nur noch “The Chicks“ und liefern den passenden Song gleich dazu: „March, March“ heißt es, im Video unterlegt mit Bildern von Demonstrationen für Klimaschutz, gegen Krieg und Rassismus. Am Ende des Videos werden Namen zahlreicher Opfer rassistischer Gewalt eingespielt, an prominenter Stelle der Afroamerikaner George Floyd, der Ende Mai bei einem brutalen Polizeieinsatz den Tod fand. Dass derartige politische Äußerungen im Country-Pop erneut zu Kontroversen führen müssen, ist den Chicks spätestens seit der Bush-Ära und dem Irak-Krieg klar. Aber das schert sie nicht. Die bisherigen Auseinandersetzungen haben sie zusammengeschweißt, und den Mund haben sie sich sowieso noch nie verbieten lassen.

12 neue Songs beinhaltet das Album "Gaslighter", es knüpft da an, wo die Chicks vor 14 Jahren aufhörten: Bei perfektem Satzgesang, einer gekonnten Mischung aus Country und Pop und bei Texten, die sich in gesellschaftliche Belange einmischen.

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