Album der Woche | 08.05.2021 - Tom Jones: Surrounded By Time

Tom Jones strotzt auch jenseits der 80 vor Energie, so als wolle er seinen gesammelten Spitznamen alle Ehre machen. Das reicht vom „walisischen Tiger“ bis hin zum „ewigen Sexsymbol“. Wobei das mit dem Sexsymbol so eine Sache ist. Wir stellen sein neues Album vor.

Sexsymbol? Das ist so eine Sache. Schließlich war er fast 60 Jahre mit ein und derselben Frau verheiratet, mit seiner Linda. Über die hat er uns gesagt: „Das war wunderbar mit ihr. Sie hat mich immer geerdet. Sie wusste, dass ich gern singe, sie erlaubte mir so viel Shows zu machen wie ich wollte, aber sie bestand auf einem: Sie wollte immer respektiert werden, sie sagte: Ich muss immer die Nummer 1 sein, und das war sie und wird es immer bleiben.“

Eine Nummer 1 könnte aber auch das neue Album von Tom Jones wieder werden, eine Art Alterswerk, mit dem er auf die großen Hits zurückblickt, die ihn geprägt haben. Da reicht die Spanne von „No Hole In My Head“ von der politischen Protestsängerin Malvina Reynolds und Cat Stevens’ „Pop Star“ über eine neun-Minuten-Version von „Lazarus Man“, einem Song von Terry Callier, bis hin zu Bob Dylans „One More Cup Of Coffee“, also „noch ’ne Tasse Kaffee“. Bei Tom Jones aber nur ganz selten als Kaffee pur: „One more cup of coffee entstand so: Als ich jünger war, habe ich lieber Cognac getrunken, dazu einen Kaffee und eine dicke kubanische Zigarre. Bis ich dann irgendwann merkte: Den letzten Drink hätte ich nicht mehr trinken sollen. Und dann dachte ich: Ach, nur noch der eine, bevor ich gehe. Und dann hatte ich einen Kater.“ Wogegen Tom Jones übrigens wieder mit Kaffee begonnen hat.

Tom Jones klingt auf dem Album „Surrounded By Time“ wie immer, er kratzt und faucht wie ein Tiger, ohne das romantische Schnurren zu vergessen. Und im heimischen Schlafzimmer? Da schnurrt etwas ganz anderes, wie er uns verraten hat: „Jetzt, wo ich nicht auftreten kann, habe ich mir ein Home-Trainer-Fahrrad gekauft, es steht im Schlafzimmer, und jeden Tag mache ich mein Muskeltraining. Alle diese Sachen muss ich machen, damit auch meine Stimme gut bleibt. Normalerweise leiste ich mir einmal pro Woche einen richtigen Fitnesstrainer, mit dem ich boxe und so weiter. Aber jetzt, wegen des Lockdowns, geht das ja nicht. Selbermachen heißt also die Devise, aber es ist auch gut, einen eigenen Trainer zu haben.“

Tom Jones jedenfalls hält sich jung, schließlich will er wieder auf Tournee gehen. Für den 21. Mai in Berlin im Tempodrom werden derzeit Karten verkauft, aber ob das was wird – wer weiß das schon in diesen Tagen.

Beitrag von Frank Schroeder

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