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Rezension von Carsten Wist | Bild: Kampa Verlag

Buchtipp | 15.10.2019 - Olga Tokarczuk: Die Jakobsbücher

Sie hat Psychologie studiert, als Therapeutin gearbeitet. In ihrer Heimat Polen gehört sie längst zu den bedeutendsten zeitgenössischen Schriftstellerinnen und Schriftstellern. Zweimal wurde sie  mit dem polnischen Literaturpreis Nike ausgezeichnet. Seit letzter Woche ist Olga Tokarcuk Nobelpreisträgerin...

Eine erneuerte schwedische Akademie machte Olga Tokarczuk vergangene Woche zur Literatur-Nobelpreisträgerin - zu der des Jahres 2018. Und am Vorabend der Entscheidung, da war Olga Tokarczuk zu Gast in Potsdam. Als Noch-Nicht-Nobelpreisträgerin stellte sie im Literaturladen auf der Brandenburger Straße ihren Roman "Die Jakobsbücher" vor.  Der ist 2014 in Polen erschienen und gerade erst auf deutsch herausgekommen.  Carsten Wist hat mit Olga Tokarczuk letzte Woche anläßlich ihres Potsdam-Besuchs angestoßen und geunkt, sie wäre nicht die erste, die in Potsdam liest und kurz danach den Nobelpreis erhält.  Jetzt stellt er uns "Die Jakobsbücher" vor.

Es geht um Jakob Frank, 1726 im polnischen Korolówka geboren, 1791 in Offenbach am Main gestorben. Den einen galt er als Weiser und Messias, den anderen als Scharlatan und Ketzer. Eine der bedeutendsten Figuren des 18. Jahrhunderts ist er allemal. Als Anführer einer mystischen Bewegung, der Frankisten, war Jakob fest entschlossen, sein Volk, die Juden Osteuropas, endlich für die Moderne zu öffnen. Olga Tokarczuk ist das schillernde Porträt einer kontroversen historischen Figur und das Panorama einer krisenhaften Welt an der Schwelle zur Moderne gelungen.

Der Verlag übrigens hatte offenbar nicht darauf wetten wollen, dass Olga Tokarczuk den Nobelpreis gewinnt. Nun druckt man schnell nach, aber erst Anfang November wird an die Buchhandlungen nachgeliefert...

Beitrag von Carsten Wist

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