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Rowohlt Verlag
Rezension von | Bild: Rowohlt Verlag

Buchtipp | 06.12.2022 - Péter Nádas: Schauergeschichten

Sprachgewaltig und vielstimmig erzählt Péter Nádas das Leben eines Dorfes am Fluss mit all seinen Bewohnern. Ein Panoptikum von Figuren, getrieben von Missgunst und Bosheit. Und um die Menschen des Dorfes herum: Gespenster.

Péter Nádas ist Fotograf und Schriftsteller, lebt am Fluß Cserta in einem kleinen Dorf, ganz im Südwesten Ungarns, nicht weit von der slowenischen Grenze und kürzlich feierte er seinen 80. Geburtstag. Ganz pünktlich dazu erschien auf Deutsch sein neuer Roman.

Als Péter Nádas 1942 im bombardierten Budapest geboren wurde, schrieb man einen falschen Nachnamen in seine Geburtsurkunde. Seine Eltern lebten als Juden und Kommunisten in der Illegalität. Lange arbeitete Péter Nádas als Fotoreporter. Kurz nachdem in Prag 1968 die Panzer einrollten, gab Péter Nádas seine Tätigkeit als Journalist auf. Er verließ Budapest, ging aufs Land und schrieb „Das Ende eines Familienromans“. Aber die ungarische Zensur verhinderte die Veröffentlichung seines ersten Romans – 7 Jahre dauerte das zermürbende Publikationsverbot für Péter Nádas. Fast zwangsläufig wurden der Hass und die Ideologien und Grausamkeiten des 20. Jahrhunderts zum immer wiederkehrenden Thema seiner Bücher – wie in seinem „Buch der Erinnerung“, das zahlreiche internationale Literaturpreise gewann.

Zuletzt erschien 2012 sein großer Roman „Parallelgeschichten“ und nun im Oktober auf deutsch seine „Schauergeschichten“.

Beitrag von Carsten Wist

Vorgestellt in der Sendung

Stuhlreihe im Theater, Foto: Colourbox
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