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Super.Markt-Spartipp | 19.11.2018 - Pflege in Polen

Es ist ein Thema, das viele irgendwann einmal betrifft. Die geliebten Eltern werden zum Pflegefall. Die Angehörigen stehen dann vor schwierigen Entscheidungen: Welche Pflegeeinrichtung ist die richtige und was können wir uns leisten? In Deutschland kann ein Pflegeplatz, je nach Pflegegrad, bis zu 4000 Euro kosten und das pro Monat! Für viele eine unerschwingliche Summe. Sie schauen sich daher nach einer Einrichtung im Ausland um, zum Beispiel in Polen. Wir haben einmal gerechnet, ob sich das wirklich lohnt.

Polen: die günstige Alternative

Schlechte Pflege, überfordertes Personal, überbelegte Zimmer: Die Pflegesituation bei uns ist angespannt. Viele Angehörige wollen das nicht mehr hinnehmen und entscheiden sich für eine Pflegeeinrichtung in Polen. Denn eine stationäre Pflege in Deutschland ist teuer: Bezahlt werden müssen der einrichtungseinheitliche Eigenanteil zur Pflege, kurz EEE. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung als auch die sogenannten Investitionskosten, die jedes Heim für Modernisierungen verlangen kann. Da kommen einige tausend Euro im Monat zusammen. Günstiger soll es jenseits der polnischen Grenze sein. In Zabelkov in Oberschlesien kostet zum Beispiel ein Einzelzimmer rund 1450 Euro. Seit einem Schlaganfall lebt hier auch Hartmut Dicke. „Es gibt hier einen sehr persönlichen Umgang, anders als in Deutschland. Da ist man oft nur eine Nummer gewesen“, beklagt Dicke. Er fühle sich hier sehr wohl, doch in seine Heimatstadt Hamburg möchte er trotzdem gerne wieder zurück. Dort warten seine Frau und seine zwei Hunde auf ihn. „Die vermisse ich sehr.“

Wermutstropfen: Die Entfernung

Einfach deinen Papa ins Ausland abschieben? Das ist der Dank?“ Solche und andere Vorwürfe muss sich Monika Maur anhören. Ihr Vater Winfried leidet an Parkinson und lebt seit drei Jahren in Zabelkow. „Hier ist die Pflege besser und er ist glücklich. Das hat nichts mit abschieben zu tun.“ Doch die Entfernung von rund 600 Kilometern ist ein Wermutstropfen. Alle sechs bis acht Wochen fährt sie die Strecke zwischen Berlin und Polen, um ihren Vater zu besuchen. Auch die Kritik, dass die Pflegekräfte nur polnisch sprechen würden, weist sie von sich. „Die sprechen alle deutsch. Die Betreuung ist wirklich besser und wir fahren beruhigt nach Hause.“ Nach schlechten Erfahrungen in deutschen Pflegeheimen hat sie sich während einer Rundreise durch Polen und Tschechien verschiedene Heime angeschaut. Am Ende fiel ihre Entscheidung auf Zabelkow. Hier wisse sie, dass es ihrem Vater gut gehe: „Er lächelt immer.“

Hürde: die Bürokratie

Zahlt die deutsche Pflegeversicherung für ein Heim im Ausland? Nur indirekt, erklärt Hermann-Josef Tenhagen vom Verbrauchermagazin Finanztip. Man könne lediglich die Unterstützung beantragen, die man für eine Pflege zuhause bekäme. "Wenn ich nach Polen gehe zum Beispiel, dann kann ich mein Pflegegeld mitnehmen und zwar komplett, so wie der Pflegegrad das in Deutschland zulässt. Das sind aber maximal 900 Euro“, sagt Tenhagen. In Deutschland gebe es für Pflegehilfsmittel bis zu 2000 Euro, die bekäme man aber nicht, wenn man ins Ausland geht. Ein Beispiel: Das Einzelzimmer in der Seniorenresidenz in Zabelkow kostet 1450 Euro. Bei Pflegegrad 1 bleibt man auf allen Kosten selbst sitzen. Je höher der Pflegegrad, desto mehr Geld zahlt die deutsche Pflegeversicherung. Doch im Vergleich zum Eigenanteil für einen Heimplatz in unserer Region würde man nur bedingt etwas sparen. Abstriche bei der Rente gibt es dagegen nicht. Also ein Pflegeheim in Polen kann Geld sparen, je nachdem welcher Pflegegrad besteht und welche Therapiemaßnahmen nötig sind. Ein zusätzlicher Pluspunkt bleibt: Die Pflege ist intensiver, da die personelle Situation in Polen weitaus besser ist. Es stehen mehr Pfleger für die Patienten zur Verfügung. Aber dafür müssen die Betroffenen auf ihr gewohntes Umfeld verzichten und auf regelmäßigen Besuch. Die Entscheidung obliegt also jedem selbst.

Beitrag von Giuliana Koch

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