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SUPER.MARKT-Verbrauchertipp | 22.03.2021 - WhatsApp, Signal, Threema & Co.

Im Familienchat die neuesten Fotos von den Kindern teilen, mal wieder hören, wie es der besten Freundin geht oder was es in der Vereins- oder Kollegengruppe Neues gibt – viele von uns nutzen Whatsapp regelmäßig. Rund 90 Prozent der Deutschen haben die App auf ihrem Smartphone. Doch immer wieder gibt es Negativschlagzeilen über Verstöße gegen Datenschutzbestimmungen und wenig Schutz der Privatsphäre. Deshalb suchen immer mehr Menschen nach Chatalternativen. Und die hat das Verbrauchermagazin SUPER.MARKT diese Woche unter die Lupe genommen.

WhatsApp – wirklich so schlimm?

Der Chatdienst und seine Datenschutzbestimmungen sind etwas undurchsichtig. Vor allem seitdem WhatsApp zum Facebook-Konzern gehört und mit Facebook sogenannte Metadaten teilt. Allerdings gehören dazu keine persönlichen Nachrichten, Fotos oder Videos, denn die sind verschlüsselt. Ausgelesen wird jedoch, wie lange und wie häufig die App genutzt wird, der Standort, das Adressbuch und mit wem man kommuniziert. Außerdem das Profilfoto und der Status – also die Daten, die man mehr oder weniger freiwillig mit der Öffentlichkeit teilt. Großen Aufschrei gab es Anfang des Jahres, als die neuen Nutzungsbedingungen veröffentlicht wurden. Doch für EU-Bürger ändert sich nicht viel, da persönliche Nachrichten davon unberührt bleiben und die Metadaten, die an Facebook weitergegeben werden, innerhalb der Europäischen Union nicht für Werbezwecke ausgewertet werden dürfen.

Telegram, Signal und Co. - gute Alternativen?

Telegram:

Kostenlos. Ist ein russisches Unternehmen mit hohen Datenschutz-Standards, die allerdings auch nicht ganz transparent sind. Über Telegram lassen sich endlos große Mengen an Daten verschicken und es ist cloudbasiert (Zugriff von verschiedenen Endgeräten). Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. In Secret Chats können sich Daten nach einer gewissen Zeit selbstzerstören, sie sind also nicht mehr abrufbar. Der Chatdienst ist in die Schlagzeilen geraten, weil sich dort die sogenannten Querdenker tummeln.

Signal:

Kostenlos. Ein amerikanischer Dienst, der stiftungsfinanziert ist, also keine Werbezwecke verfolgt. Allerdings muss man auch hier sein Adressbuch hochladen, das aber im Gegensatz zu WhatsApp verschlüsselt bleibt. Private Chats und Gruppenchats sind verschlüsselt. Signal hat keine Back-up-Funktion, nur eine Exportfunktion der Chatdaten, allerdings aktuell nur für Android-Betriebssystem.

Threema:

Je nach Betriebssystem einmalige Kosten von drei bis vier Euro. Der Chatdienst kommt aus der Schweiz und unterliegt dort den Datenschutzrichtlinien, die sehr streng sind. Der Dienst hat den Vorteil, dass man sich hier nicht einmal mit der Telefonnummer anmelden muss. Geschützt durch PIN-Sperrfunktion, speichert kaum Metadaten und verschlüsselte Telefonate möglich.

SUPER.MARKT-Verbrauchertipp: Gute und günstige bzw. kostenlose Alternativen gibt es. Innerhalb der EU sind die Nutzerinnen und Nutzer von WhatsApp geschützt, doch zumindest sollte man sich bewusst machen, dass die Daten nicht so sicher sind, wie wir das vielleicht gerne hätten.

Beitrag von Giuliana Koch

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