Grillparty, Foto: Colourbox
Grillparty | Bild: Colourbox

Tagestipp | 18.05.2018 - Sommerfreuden ohne Ärger

Grillen kann so schön sein – und ist zu einer Art Volkssport geworden in Brandenburg. Gemütlich mit Freunden und Familie im Garten oder anderswo draußen. Duftendes Essen direkt vom Rost. Das Internet präsentiert Tausende von Rezepten, die alle nachgebrutzelt werden wollen. Und doch gibt es auch immer wieder Ärger – unter Nachbarn, mit dem Ordnungsamt oder auch der Forstverwaltung. Und manchmal kommt eine fristlose Kündigung für Mieter.

Denn Grillen ist an bestimmte Regeln gebunden, die man kennen und einhalten sollte.

Brandenburg ist neben Nordrhein-Westfalen das einzige Bundesland, das das Grillen per Gesetz geregelt hat. Und zwar im Landesimmissionsschutzgesetz – es geht also hauptsächlich um Rauch und Lärm.

Nachbarschaftsrechtlich und Mietrechtlich orientiert man sich an unterschiedlichen Gesetzen und an der gängigen Rechtsprechung.

Danach gilt im Grunde: Solange das Grillen nicht ausdrücklich verboten ist (etwa in der Hausordnung oder im Mietvertrag, oder an bestimmten Plätzen) und solange sich niemand gestört fühlt, ist es erlaubt.

Richter haben aber zum Teil rigide zeitliche Beschränkungen verfügt, die örtlich recht unterschiedlich sein können.

So kann örtlich das Grillen auf einmal pro Monat beschränkt sein, oder auch auf dreimal pro Saison. In jedem Falle ist es auf 22 Uhr begrenzt.

Besonders, wer auf Balkon oder Terrasse grillen will, sollte die Regeln genau befolgen – sonst droht Mietern eventuell die fristlose Kündigung.

Auch Wohnungseigentümer sind nicht frei in ihren Entscheidungen – sie müssen eventuelle Beschlüsse der Eigentümergemeinschaft respektieren. Dort reicht zum Beispiel für ein generelles Grillverbot in der Wohnanlage eine einfache Mehrheit in der Eigentümerversammlung.

Hauseigentümer können im eigenen Garten grillen – solange sich kein Nachbar oder das Ordnungsamt beschwert.

Fachleute raten, in Wohnumgebungen auf Gas- oder Elektrogrills umzusteigen. Dann entfällt der oft störende Rauch.

Ebenso raten sie, den möglicherweise betroffenen Nachbarn das geplante Grillen anzukündigen, am besten mindesten 48 Stunden vorher.

Beschwerden entgeht man vielleicht auch, wenn man die Nachbarn einfach zur Party einlädt.

In freier Natur zu Grillen ist streng reglementiert. Bei Waldbrandgefahr ist es verboten und wird geahndet.

Selbst wenn ein offenes Feuer nicht als Brandstiftung eingestuft werden sollte, kann es am falschen Ort mit bis zu 2500 Euro Bußgeld belegt werden.

Auch in Brandenburg gibt es (wie in Berlin) ausgewiesene öffentliche Grillplätze – einige sogar am Wasser. Demgegenüber ist das Grillen direkt an den Berliner Seen nicht erlaubt.

Beitrag von Susanne Selbmann

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