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Frankfurter Verlagsanstalt
Rezension von Carsten Wist | Bild: Frankfurter Verlagsanstalt

Buchtipp | 26.09.2023 - Brigitte Giraud: Schnell leben

Vor zwanzig Jahren hat Brigitte Giraud den Mann ihres Lebens, Claude, bei einem Motorradunfall verloren. Drei Tage später ist sie mit ihrem kleinen Sohn in das neue Haus, das sie zusammen mit Claude gekauft hat und in dem er nun niemals wohnen wird, gezogen. Als sie zwanzig Jahre später gezwungen ist, das Haus zu verkaufen, fühlt es sich für sie an, als würde sie Claudes Seele verkaufen...

Die Verleihung des Prix Goncourt ist der Höhepunkt der Pariser Preissaison. Zwar ist er nur mit 10 symbolischen Euro dotiert, aber um das schmale Taschengeld geht es hier nicht, sondern um die rote Manschette des Prix Goncourt. Für jeden gut sichtbar ziert die Manschette Jahr für Jahr einen Buchumschlag auf den Verkaufstischen und treibt dessen Auflage nach oben. 2022 bekam auch das Werk von Brigitte Giraud dieses rote Ehrenzeichen.

Geboren wurde Brigitte Giraud in Algerien, aufgewachsen ist sie in Lyon, wo sie auch heute noch lebt. Sie arbeitete als Buchhändlerin – in jungen Jahren auch für eine Weile in Lübeck – sie war als Übersetzerin tätig und als Journalistin. In ihrer Heimatstadt Lyon und mit Gleichgesinnten stellte sie vor vielen Jahren ein Literaturfestival auf die Beine. La Fête du livre de Bron wächst und gedeiht bis heute und immer noch mischt Brigitte Giraud bei der Organisation mit.

Schon für ihren Debütroman gewann die heute 63-jährige erste Literaturpreise, aber die höchste Ehrung gab es im letzten Jahr … den ältesten und bedeutendsten Literaturpreis Frankreichs für ihr Buch „Vivre Vite“. Vor ein paar Wochen erschien es auf deutsch mit dem Titel „Schnell leben“.

Beitrag von Carsten Wist

Vorgestellt in der Sendung

Stuhlreihe im Theater, Foto: Colourbox
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Bücherregal, Foto: Colourbox, Jan Sluimer
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