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Quintus Verlag
Rezension von | Bild: Quintus Verlag

Regionaler Buchtipp | 30.11.2023 - Gerhard Hauptmann: Bahnwärter Thiel / Der Apostel

Seit Jahren schon erscheinen im Quintus-Verlag in enger Zusammenarbeit mit dem Gerhart-Hauptmann-Museum Erkner Einzelausgaben zum Werk des Dichters. Das reicht von einigen schmalen Novellen-Bänden bis hin zum dicken Roman. In diesem Spätherbst nun sind zwei der frühen Erzählungen von Gerhart Hauptmann in einen Band zusammengeführt worden: Zum einen „Bahnwärter Thiel“ und dazu „Der Apostel“, beide geschrieben von Hauptmann, als der 25 Jahre alt war. Zumindest Bahnwärter Thiel, eine Mordgeschichte, spielt in der Gegend um Erkner, und Frank Schroeder legt uns das Büchlein ans Herz:

Bahnwärter Thiel wurde erstmals 1888 veröffentlicht. Begeisterte Leserzuschriften zeigen, dass diese Novelle eine ungewöhnliche literarische Leistung war. Man habe seit Zola keine bessere Novelle in Deutschland gelesen. Hauptmanns starke Symbolik weist auf das Industriezeitalter hin und zeigt auf, wie es die Menschen verändert.

Der Apostel von 1890 beschreibt hingegen einen gesellschaftlichen Aussteiger, der sich für Jesus’ Nachfolger hält und als Wanderprediger die Menschheit zum friedlichen Zusammenleben aller Kreaturen zu bekehren versucht. Mit dieser kleinen Erzählung verweist Hauptmann schon thematisch auf seinen Roman Der Narr in Christo Emanuel Quint (1910). In den vier Jahren in Erkner arbeitete Hauptmann an seinen Jesus- Studien, die ihn zur literarischen Figur des Apostels führten.

Beitrag von Frank Schroeder

Vorgestellt in der Sendung

Stuhlreihe im Theater, Foto: Colourbox
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Bücherregal, Foto: Colourbox, Jan Sluimer
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