Heimatmuseum Dissen, Foto: Micha Schön und Gerd Rattei
Heimatmuseum Dissen, Foto: Micha Schön und Gerd Rattei | Bild: Heimatmuseum Dissen

100 mal Brandenburg erleben. Hörertipp! - Heimatmuseum Dissen

Ein Hörertipp von Melanie Mücksch aus Dissen. „Dissen wäre eigentlich ein ganz normales Dorf, wenn da nicht die vielen Storchennester, die wunderschöne Fachwerkkirche und das liebevoll geführte Heimatmuseum wären…“ so schrieb einmal ein Journalist.

Nicht nur die vielen Feste und lebendigen Bräuche zeigen, dass Dissen noch ein richtiges Dorf ist, in dem es sich schön wohnen lässt, sondern auch die viele Tiere, die Bauerngärten und Felder zeigen, dass dieses Dorf lebt und intakt ist.

Die reizvolle Dorfkirche zeigt sich schon von weitem. Ihre Decke ist mit Hunderten verschiedenen Pflanzen, aber auch Tieren und Symbolen verziert ist. An den Emporen befinden sich deutsche und sorbisch/wendische Inschriften.

Foto: Micha Schön und Gerd Rattei

Im Heimatmuseum neben der Kirche findet man eine Ausstellung zur Lebensweise der sorbisch/wendischen Bauern. Die Ausstellung zeichnet Bilder vom Bauernhof, der harten Arbeit auf dem Feld, dem einstigen Leben der Kinder, aber auch von Festen, Feiern und den vielen lebendigen Bräuchen. Besonderer Anziehungspunkt sind die 20 gezeigten Varianten der niedersorbischen Tracht. Spinnstubengeschichten, Sagen und Märchen des Spreewaldes geben Einblicke in die Märchen und Sagen dieser Gegend.
 

Foto: Micha Schön und Gerd Rattei

Hinter dem Museum kann man sich auf eine Zeitreise ins slawische Mittelalters begeben. Die Grubenhäuser lassen diese Zeit wieder in der Phantasie lebendig werden. Männer, Frauen und Kinder in einfachen Leinen- und Wollkleidern, Handwerker, Musiker und Krieger in voller Kampfrüstung aus einer längst vergangenen Zeit, haben dort ihr Lager aufgeschlagen. Im Schatten der Grubenhäuser kochen Frauen auf dem Feuer, nähen, töpfern und spinnen. Männer schmieden, schnitzen aus Holz kleine Ausrüstungsgegenstände und aus Geweih kleine Schmuckstücke. Kettenhemd, Helm, Axt und Sax sind zu bestaunen. Eine geschichtliche Zeitreise, nicht anhand von Ausgrabungsstücken, sondern Geschichte zum Anfassen für die ganze Familie. 

Weißstorch in Brandenburg, Foto: Patrick Pleul dpa/lbn

Da Dissen zu den storchenreichsten Orten Deutschlands gehört, wird natürlich dem Weißstorch auch besondere Aufmerksamkeit zuteil. In einer eigenen Ausstellung kann der Besucher sehr viel über Meister Adebar und andere hier heimischen Tierarten erfahren. 8 bis 12 belegte Nester bieten die Gelegenheit, den Storch von April bis August im Dorf selbst zu beobachten.

Ein Wasserbüffel liegt in einem Wasserloch auf der renaturierten Spreeaue bei Dissen, Foto: Patrick Pleul dpa/lbn

Man kann aber auch von Dissen aus zu Fuß, mit dem Fahrrad oder motorisiert einen Ausflug in die neu gestaltete reizvolle Spreeauenlandschaft unternehmen. Dort gibt es viele seltene Tierarten und Pflanzen zu entdecken. Sehenswert sind auf jeden Fall Aueroxen, Wasserbüffel und Tarpane (Wildpferde), die zur ökologischen Landschaftspflege angesiedelt wurden.

Öffnungszeiten:
Di, Mi, Do 09.00 – 16.00 Uhr
sowie zusätzlich von Ostern bis Oktober
So und an Feiertagen 13.00 – 16.00 Uhr
oder jeder Zeit nach Absprache

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